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Nachträgliche Schuldzinsen bei Vermietungseinkünften

Ein Ehepaar erzielte Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung aus zwei Immobilien. Die Anschaffungskosten beider Grundstücke waren durch Darlehen fremdfinanziert worden. Im Jahr 2007 veräußerten sie ein Objekt, zwei Jahre später erfolgte eine teilweise Tilgung. Das Finanzamt verwehrte die Berücksichtigung der auf das verbleibende Darlehen entfallenden Schuldzinsen als Werbungskosten, da der Erlös aus der Veräußerung nicht zum Erwerb anderer vermieteter Grundstücke eingesetzt worden war und auch nicht zur Tilgung der Restschuld.  Nach erfolgloser Klage hat nun auch der BFH die Klage zurückgewiesen. Der notwendige Veranlassungszusammenhang von Schuldzinsen mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung liege vor, wenn ein objektiver Zusammenhang dieser Aufwendungen mit der Überlassung eines Vermietungsobjekts zur Nutzung besteht und subjektiv die Aufwendungen zur Förderung dieser Nutzungsüberlassung gemacht werden. Ein einmal begründeter wirtschaftlicher Veranlassungszusammenhang entfalle nicht mit der Veräußerung der Immobilie. Vielmehr setze sich der ursprüngliche Veranlassungszusammenhang am Veräußerungspreis fort. Daher seien nachträgliche Schuldzinsen, die auf ein solches Darlehen entfallen, auch nach einer Veräußerung der Immobilie weiter als (nachträgliche) Werbungskosten zu berücksichtigen, aber nur, wenn die Verbindlichkeiten durch den Veräußerungserlös nicht getilgt werden könnten. Für die Berücksichtigung nachträglicher Schuldzinsen  sei maßgeblich, was mit dem Veräußerungspreis geschehe. Schaffe der Steuerpflichtige damit eine neue Einkunftsquelle an, bestehe der Zusammenhang am neuen Objekt fort. Werde dagegen kein neues Objekt angeschafft, komme es darauf an, ob der Verkaufserlös ausreiche, um das Darlehen abzulösen. Sei dies der Fall, ende der wirtschaftliche Zusammenhang mit der Einkunftsart Vermietung und Verpachtung. Reiche der Verkaufserlös nicht aus, bleibe der nicht ablösbare Teil des Anschaffungsdarlehens im Zusammenhang mit den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung bestehen.

Quelle: FG Baden-Württemberg, Urteil vom 23. März 2017, 1 K 3704/15, Revision eingelegt (Az. des BFH: XI B 54/17)


 

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