Kein ermäßigter Steuersatz auf eine „Dinner-Show“

Vor dem BFH ging es um die umsatzsteuerrechtliche Behandlung einer „Dinner-Show“. Die Richter hatten das Verfahren bis zu einer Entscheidung des EuGH („Stadion Amsterdam“) ausgesetzt. Nach der nun vorliegenden Entscheidung des EuGH hat der BFH das Verfahren wieder aufgenommen, das Urteil der Vorinstanz aufgehoben und die Klage abgewiesen.  Entgegen der Auffassung des Finanzgerichts handele es sich bei einer „Dinner-Show“ um eine einheitliche, komplexe Leistung, die dem Regelsteuersatz unterliege. Eine Aufspaltung in eine kulinarische und eine künstlerische Einzel(haupt-)leistung sei angesichts der gewünschten Verbindung von Menü und Show ebenso lebensfremd wie die Annahme, das Menü sei eine Nebenleistung zur Show oder die Show Nebenleistung zum Menü. Show und Menü seien aufeinander abgestimmt und würden in zeitlicher Hinsicht ineinandergreifen. Durch die Verflechtung könne die Leistung nur insgesamt in Anspruch genommen werden. Durch die Annahme eines „einheitlichen, komplexen Umsatzes“ aus Unterhaltung und kulinarischer Versorgung der Gäste komme eine Steuerermäßigung auf 7 % nicht in Betracht. Diese Steuerermäßigung, die für Theater, Konzerte und vergleichbare Darbietungen gewährt werde, finde auch dann keine Anwendung, wenn die Qualität der Darbietung höher sei als die Qualität der Speisen. Damit war der Regelsteuersatz von 19 % anzuwenden.

Quelle: BFH-Urteil vom 13. Juni 2018, XI R 2/16

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