Steuerberatungsgesellschaft Born mbH

Unsere Kompetenz - Ihr Erfolg...

Aufwendungen für ein Jubiläumswochenende

Aufwendungen für eine gemeinsame Jubiläumsveranstaltung eines Vereins und einer GmbH, die über ein ganzes Wochenende andauert, sind größtenteils als abzugsfähige Betriebsausgaben anzuerkennen – so das Finanzgericht Münster. Geklagt hatten ein Verein und eine GmbH. Der Verein erzielte gewerbliche Einkünfte und verfolgte den Zweck, den Zusammenhalt unter kleinen und mittelständischen Betrieben zu fördern. Die GmbH erbrachte Betreuungsleistungen, insbesondere für Mitglieder des Vereins. Im Jahr 2012 veranstalteten beide eine Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehens des Vereins. Diese begann an einem Freitag um 10 Uhr mit der Vorstandssitzung des Vereins und anschließender Mitgliederversammlung am Nachmittag sowie einer Beach-Party. Am Samstag fanden zunächst eine Jubiläumsveranstaltung und ein Jubiläumsmarkt mit Gewinnspiel statt. Am Nachmittag wurde eine Schifffahrt mit Buffet und der Möglichkeit, ein EM-Fußballspiel anzusehen, angeboten. Die Veranstaltung endete am Sonntag mit einem Jazz-Brunch. Die ca. 450 Teilnehmer setzten sich aus Vereinsmitgliedern, externen Geschäftspartnern sowie 11 Arbeitnehmern zusammen. Die Kosten in Höhe von insgesamt rund 240.000 € teilten sich Verein sowie GmbH und machten sie als Betriebsausgaben geltend. Das Finanzamt hielt die Aufwendungen in Höhe von ca. 140.000 € für nicht  abziehbare Bewirtungsaufwendungen. Demgegenüber waren die Steuerpflichtigen der Ansicht, dass die Veranstaltung keinen Geschenkecharakter aufgewiesen habe, weil stets der Meinungsaustausch im Vordergrund gestanden habe. Das Finanzgericht gab den Steuerpflichtigen überwiegend Recht. Hinsichtlich des größten Teils der Aufwendungen greife das Betriebsausgabenabzugsverbot für Geschenke nicht ein. Die Gäste hätten für die auf der Veranstaltung an sie erbrachten Leistungen konkrete Gegenleistungen in Form ihrer Anwesenheit und des fachlichen Austauschs erbracht. Demgegenüber sei dem Rahmenprogramm lediglich eine untergeordnete Bedeutung zugekommen. Nach der Zeugenbefragung hätten bei den Gesprächen während der gesamten Veranstaltung berufliche Themen, nicht aber die Feier als solche im Vordergrund gestanden. Daher sahen die Richter lediglich geringfügige Aufwendungen (1.800 € für eine Fotobox und einen Tischkicker) als nicht abziehbare Geschenke an. Die Bewirtungskosten dagegen waren in Höhe von 70 % und - soweit sie auf eigene Arbeitnehmer entfielen - in vollem Umfang abzugsfähig.

Quelle: FG Münster, Urteil vom 9. November 2017, 13 K 3518/15 K, www. fg-muenster.nrw.de

 >> zurück zur Übersicht