Verluste aus nebenberuflicher Tätigkeit als Übungsleite

Der Bundesfinanzhof hat mit einem jetzt veröffentlichten Urteil entschieden, dass Verluste aus einer nebenberuflichen Tätigkeit als Übungsleiter auch dann steuerlich berücksichtigt werden können, wenn die Einnahmen den sog. Übungsleiterfreibetrag nach dem Einkommensteuergesetz i.H.v. 2.400 € pro Jahr nicht übersteigen. Im vorliegenden Fall hatte ein Steuerpflichtiger als Übungsleiter Einnahmen in Höhe von 108 € erzielt. Dem standen Ausgaben in Höhe von 609 € gegenüber. Die Differenz von 501 € machte er in seiner Einkommensteuererklärung als Verlust aus selbständiger Tätigkeit geltend. Das Finanzamt berücksichtigte den Verlust jedoch nicht. Es vertrat die Auffassung, Betriebsausgaben oder Werbungskosten aus der Tätigkeit als Übungsleiter könnten steuerlich nur dann berücksichtigt werden, wenn sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben den Übungsleiterfreibetrag übersteigen. Das sah der BFH jetzt anders. Ein Übungsleiter, der steuerfreie Einnahmen unterhalb des Übungsleiterfreibetrags erziele, könne die damit zusammenhängenden Aufwendungen steuerlich geltend machen, soweit sie die Einnahmen übersteigen. Andernfalls würde der vom Gesetzgeber bezweckte Steuervorteil für nebenberufliche Übungsleiter in einen Steuernachteil umschlagen.Hinweis:

Mit diesem Urteil hat der BFH das Ehrenamt grundsätzlich gestärkt. Dennoch kommt es auch hier auf die Gewinnerzielungsabsicht an, ohne die die Verluste steuerlich nicht zu berücksichtigen sind. Insofern hat der BFH die Sache zur nochmaligen Verhandlung und Entscheidung an das Finanzgericht zurückverwiesen. Das Finanzgericht wird nunmehr prüfen müssen, ob der Steuerpflichtige die Übungsleitertätigkeit mit der Absicht der Gewinnerzielung ausgeübt hat. Diese Frage stellte sich, weil die Einnahmen des Steuerpflichtigen nicht einmal annähernd die Ausgaben gedeckt haben.

Quelle: BFH-Urteil vom 20. November 2018, VIII R 17/16

>> zurück zur Übersicht