Verkauf eines Miteigentumsanteils

In der Praxis kommt es häufig vor, dass ein Wirtschaftsgut mehreren Steuerpflichtigen gehört und einer seinen Anteil (ver-)kauft, z.B. bei einer Maschine in Bruchteilsgemeinschaft. Bisher ist der BFH davon ausgegangen, dass im Fall der Veräußerung eines Miteigentumsanteils keine Lieferung, sondern eine sonstige Leistung vorliegt. Diese Unterscheidung hat z.B. Auswirkungen auf den anzuwendenden Steuersatz und die zu stellende Rechnung. Nun hat der BFH seine Rechtsprechung im Hinblick auf das EU-Recht geändert. Er geht nunmehr davon aus, dass der Miteigentumsanteil an einem Gegenstand geliefert wird. Miteigentum nach Bruchteilen sei seinem Wesen nach dem Alleineigentum gleichartig. Im Wirtschaftsleben werde der Bruchteil an einem Gegenstand ebenfalls wie ein separater Gegenstand behandelt. Die Finanzverwaltung setzt diese Rechtsprechung nun um und ändert diesbezüglich den Umsatzsteueranwendungserlass. In Zukunft muss also genau geprüft werden: • ob eine Bruchteilsgemeinschaft vorliegt oder eine GbR,
• wem die Umsätze genau zuzuordnen sind, • wie die Rechnungen gestellt werden, • welcher Umsatzsteuersatz anzuwenden ist • ob und wer einen Vorsteuerabzug erhält.


Quelle: BMF-Schreiben vom 23. Mai 2019, III C 2 S 7100/19/10002, BStBl. 2019 I S. 511


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