Keine freiberufliche Tätigkeit eines Hufschmiedes

Ein Metallbauer-Geselle arbeitete nach Abschluss seiner Ausbildung zwei Jahre als angestellter Hufschmied. Nachdem er einen viermonatigen Vorbereitungslehrgang zum „Hufbeschlagschmied“ absolviert hatte, machte er sich in 2015 selbständig. Als nunmehr staatlich anerkannter Hufbeschlagschmied versorgte er insbesondere Pferde mit Hufeisen. Bei etwaigen Fehlstellungen arbeitete er auch mit Tierärzten zusammen. Formal hatte er seine Tätigkeit als Gewerbebetrieb „Hufschmied“ angemeldet, ging aber später davon aus, dass er freiberuflich tätig war und gab keine Gewerbesteuererklärung ab. Die Gemeinde setzte dagegen Gewerbesteuervorauszahlungen fest. Hiergegen klagte der Schmied. Seine Tätigkeit sei – auch unter dem Gesichtspunkt der Zusatzausbildung – den freiberuflichen Katalogberufen vergleichbar. Insgesamt weise der Beruf des Hufbeschlagschmiedes immer mehr Ähnlichkeiten zu den Katalogberufen des Tierarztes, des Heilpraktikers und des Physiotherapeuten auf. Jedenfalls habe der Beruf des Hufschmiedes inzwischen seinen handwerklichen Charakter verloren. Dieser Argumentation folgte das FG Hamburg nicht. Eine Ähnlichkeit zu den aufgeführten Berufen liege nur vor, wenn der Beruf diesen sowohl im Hinblick auf die erforderliche Berufsausbildung als auch hinsichtlich der tatsächlich entfalteten Tätigkeit im Wesentlichen gleiche. Eine bloße Gruppenähnlichkeit genüge nicht. Eine solche Ähnlichkeit wurde verneint, weil die Ausbildung deutlich „hinter der Ausbildung eines Tierarztes“ zurückbleibe.


Quelle: FG Hamburg, Urteil vom 09. Mai 2019, 2 K 342/17, EFG 2019, S. 1383



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