In Privatvermögen überführtes Grundstück Ermittlung des Veräußerungsgewinns

Im Fokus eines Verfahrens vor dem Finanzgericht Niedersachsen (Az.: 9 K 139/16) stand der Verkauf einer zum land- und forstwirtschaftlichen Betriebsvermögen gehörenden alten Hofstelle mit einer Größe von 9.730 m² im Jahr 2009. Zugehörig waren zwei Wohnungen; eine von der Familie des Klägers genutzte Betriebsleiterwohnung sowie eine Altenteilerwohnung, für die die Nutzungswertbesteuerung über den 31. Dezember 1998 hinaus fortgesetzt worden war. Bei dem Gebäude handelte es sich um ein Baudenkmal. Zum 31. Dezember 2007 (Wirtschaftsjahr 2007/2008) wählte der Landwirt die Nutzungswertbesteuerung ab, wodurch die Wohnungen steuerfrei ins Privatvermögen überführt wurden. Die steuerfreie Entnahme umfasste neben dem gesamten Wohnhaus mit einer Umgriffsfläche von 1.003 m² auch einen Hausgarten von 2.880 m². Steuerliche Folgerungen wurden aus der Veräußerung (zunächst) nicht gezogen. Erst aufgrund einer Betriebsprüfung für die Jahre 2008 bis 2010 blieb die Behandlung der Hofstellenveräußerung und hierbei insbesondere die Höhe des sich aus der Veräußerung der Altenteilerwohnung mit dazugehörigem Grund und Boden ergebenden Veräußerungsgewinns nach § 23 EStG (Private Veräußerungsgeschäfte) streitig. Der Landwirt vertrat die Auffassung, dass bei der Ermittlung des Veräußerungsgewinns nach § 23 EStG für die Altenteilerwohnung und den dazugehörigen Grund und Boden anstelle des Buchwertes der Teilwert zu berücksichtigen sei. Der Klage schließlich wurde stattgegeben und die Einkünfte aus privatem Veräußerungsgeschäft reduziert. Gleichwohl hat das Finanzgericht die Revision vor dem Hintergrund der abweichenden Rechtsauffassung der Finanzverwaltung im BMF-Schreiben vom 5. Oktober 2000 („Zweifelsfragen zur Neuregelung privater Grundstücksveräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG“) in der Fassung vom 7. Februar 2007 (BMF, IV C 3-S 2256-263/00) wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache zugelassen (Revisions-Az.: IX R 12/19).
 
 

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