Doppelte Haushaltsführung: Einrichtungsgegenstände abziehbar

Als Unterkunftskosten für eine doppelte Haushaltsführung können die tatsächlichen Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft angesetzt werden, höchstens jedoch 1.000 € im Monat. Mit dem jetzt veröffentlichten Urteil stellt der BFH klar, dass die Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat nicht unter die Höchstbetragsregelung fallen, sondern zu den sonstigen Mehraufwendungen einer doppelten Haushaltsführung gehören – und damit zusätzlich abzugsfähig sind. Er widerspricht damit der Auffassung der Finanzverwaltung. Es ging in der Entscheidung um einen Steuerpflichtigen, der im Juni 2014 eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung begründet hatte. Aufwendungen für die Miete nebst Nebenkosten sowie Anschaffungskosten für die Einrichtung machte er als Werbungskosten geltend. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nur in Höhe von 1.000 € je Monat an, da die Abzugsfähigkeit der Kosten ab 2014 auf diesen Höchstbetrag begrenzt ist. Dem folgte das Finanzgericht nicht. Es vertrat die Auffassung, die Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände seien keine Kosten der Unterkunft und würden damit nicht unter die Höchstbetragsregelung fallen. Der BFH hat diese Entscheidung nun bestätigt. Danach zählen zu den Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft i.S. der Höchstbetragsregelung von 1.000 € pro Monat alle Aufwendungen, die der Steuerpflichtige getragen hat, um die Unterkunft zu nutzen, soweit sie ihr einzeln zugeordnet werden können. Zu diesen Aufwendungen gehörten bei einer Mietwohnung die Bruttokaltmiete und bei einer Eigentumswohnung die AfA auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten,  die Schuldzinsen sowie die (warmen und kalten) Betriebskosten einschließlich der Stromkosten.  Anders sei es dagegen bei den Aufwendungen für Haushaltsartikel und Einrichtungsgegenstände. Auch wenn der Steuerpflichtige diese in der Unterkunft nutze, sei deren Nutzung nicht mit der Nutzung der Unterkunft als solche gleichzusetzen. Derartige Aufwendungen sind daher - soweit sie notwendig sind - ohne Begrenzung der Höhe nach abzugsfähig. Hinweis: Der BFH hat darauf hingewiesen, dass er die Anschaffungskosten für die erforderliche Wohnungseinrichtung auch schon in seiner früheren Rechtsprechung nicht den Unterkunftskosten, sondern den sonstigen Mehraufwendungen zugerechnet hat. Daran habe sich durch die geänderte Rechtslage seit dem VZ 2014 nichts geändert. In Bezug auf die Anmietung von möblierten Wohnungen führte der BFH in seinem Urteil aus, dass - soweit der Mietvertrag keine Aufteilung der Miete für die Überlassung der Wohnung und der Möbelstücke enthält - die Miete im Schätzwege aufzuteilen sei.

Quelle: BFH-Urteil vom 4. April 2019, VI R 18/17

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