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Vor 2009 erworbene Fonds werden nun steuerpflichtig! 

Zum 1. Januar 2018 tritt das Investmentsteuerreformgesetz in Kraft. Durch die Reform wird die Besteuerung von in- und ausländischen Fonds grundlegend geändert. Die Investmentfonds müssen dann u.a. inländische Beteiligungseinnahmen und Immobilienerträge versteuern. Alle Investmentfonds werden grundsätzlich jährlich versteuert.

Bei den Anlegern, die in Aktien-, Misch- und Immobilienfonds investiert haben, werden die Investmenterträge wegen der Versteuerung auf der Ebene der Investmentfonds teilweise von der Besteuerung freigestellt (Aktienfonds 30 %; Mischfonds 15 %). Auf den Rest ist dann die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer zu zahlen. Die Sparer versteuern zukünftig die Ausschüttungen, die Veräußerungsgewinne und die Vorabpauschalen. Die Vorabpauschalen bilden die ausschüttungsgleichen Erträge ab. Die Bank ermittelt dies für den Anleger und führt die Steuer direkt ab.

Altbestände

Als der Gesetzgeber im Jahr 2009 die Abgeltungssteuer einführte, hat er für die damals vorhandenen Fonds einen Bestandsschutz geschaffen. Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren wurden nach einer Haltedauer von 1 Jahr steuerfrei gestellt.

Diesen Bestandsschutz hebt der Gesetzgeber mit der Investmentsteuerreform zum 31. Dezember 2017 auf! Für Fondsanteile, die vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden, werden die Wertzuwächse, die bis zum 31. Dezember 2017 entstanden sind, allerdings nicht besteuert. Erst Wertzuwächse, die ab 2018 entstehen, werden nach den neuen Regeln versteuert, wobei für diese ein Steuerfreibetrag in Höhe von 100.000 € in Anspruch genommen werden kann. Damit wollte der Gesetzgeber sicherlich Kleinanlegern entgegen kommen und die Gesetzesänderung geräuschlos über die Bühne bringen, was ihm offenbar gelungen ist. Bei größeren Depots können die Wertzuwächse der Altbestände aber durchaus den Freibetrag überschreiten, so dass beim Fondsverkauf dann Abgeltungsteuer fällig wird. Verluste werden gegengerechnet.

Hinweis:
Es empfiehlt sich aus unserer Sicht jedoch nicht, aus diesem Grund Altfonds vor 2018 zu verkaufen und dann neu anzulegen, denn dann würde der Freibetrag von 100.000 € auf die Wertzuwächse der Altbestände ab 2018 verwirkt. 

Quelle: Investmentsteuerreformgesetz vom 19. Juli 2016, BGBl. 2016 I S. 1730   >> zurück zur Übersicht