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Umsatzsteuerliche Behandlung von Betriebsveranstaltungen

Die Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft haben beim Bundesfinanzministerium angefragt, ob einem Unternehmer ein Vorsteuerabzug für Aufwendungen zugunsten eines einzelnen Jubilars zusteht, wenn der Betrag, der auf den einzelnen Teilnehmer entfällt, die steuerlich relevante Grenze von 110 € nicht überschreitet, aber über der Aufmerksamkeitsgrenze von 60 € liegt.

Nun liegt die Antwort aus dem Bundesfinanzministerium vor. Danach liegt bei der Ehrung eines einzelnen Jubilars keine Betriebsveranstaltung vor, so dass die dort genannte Freigrenze von 110 € nicht zur Anwendung gelangt. Demzufolge sind sämtliche im Rahmen einer solchen Veranstaltung zugewendeten Leistungen grundsätzlich der Umsatzsteuer als sog. unentgeltliche Wertabgabe zu unterwerfen, wenn die Leistungen zum vollen oder teilweisen Vorsteuerabzug berechtigt haben.

Eine Besteuerung als unentgeltliche Wertabgabe scheidet jedoch aus, wenn der Leistungsbezug zuvor mit der Absicht erfolgt ist, diesen später unentgeltlich zuzuwenden. Denn in diesem Fall kann schon ein Vorsteuerabzug aus dem Leistungsbezug nicht geltend gemacht werden. Dies gilt jedoch nicht für die in diesem Zusammenhang zugewendeten Aufmerksamkeiten (z.B. Blumen, Genussmittel), sofern diese unterhalb der Grenze von 60 € bleiben. Für diese Aufmerksamkeiten ist der Vorsteuerabzug entsprechend der wirtschaftlichen Gesamttätigkeit des Arbeitgebers möglich, ohne dass sie die Besteuerung einer unentgeltlichen Wertabgabe auslösen.

Hinweis:

Außerdem stellt das Bundesfinanzministerium fest, dass es für die Ermittlung der anteiligen Aufwendungen je teilnehmender Person für die Freigrenze von 110 € nicht auf die angemeldeten Teilnehmer, sondern auf die anwesenden Teilnehmer ankommt - also entsprechend der lohnsteuerlichen Regelungen verfahren wird. Eine anders lautende Billigkeitsregelung gibt es nicht. 

Quelle: BMF-Schreiben an die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft vom 18. Mai 2017

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