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Im Rahmen mehrerer Einkunftsarten genutztes Arbeitszimmer

Ein Steuerpflichtiger war in Vollzeit nichtselbstständig tätig. Daneben betätigte er sich schriftstellerisch und erzielte Einkünfte aus selbstständiger Arbeit. Sein häusliches Arbeitszimmer nutzte er für beide Tätigkeiten, wobei die zeitliche Nutzung jeweils zur Hälfte auf die beiden Einkunftsarten entfiel. Der Steuerpflichtige machte Betriebsausgaben für das häusliche Arbeitszimmer in Höhe des Höchstbetrags von 1.250 € bei seinen Einkünften aus selbstständiger Arbeit geltend, die das Finanzamt aber insgesamt nicht zum Abzug zuließ. 
Das Finanzgericht gab der Klage teilweise statt. Es hatte festgestellt, dass dem Steuerpflichtigen nur für die Erzielung der Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit ein anderer Arbeitsplatz in den Räumen seines Arbeitgebers zur Verfügung stand, nicht dagegen für die Erzielung der Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit. Es ließ bei den Einkünften aus selbstständiger Arbeit Betriebsausgaben für das häusliche Arbeitszimmer in Höhe von 625 € zum Abzug zu. Im Übrigen wies es die Klage ab. 

Dem widersprach der BFH. Der Höchstbetrag von 1.250 € werde pro Arbeitszimmer und nicht einkünftebezogen gewährt. Die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer seien zwar zeitanteilig aufzuteilen und den verschiedenen Einkunftsarten des Steuerpflichtigen zuzuordnen. Eine Aufteilung des Höchstbetrages von 1.250 € und eine Zuordnung von verschiedenen Teilhöchstbeträgen zu den Einkunftsarten sei hingegen nicht vorzunehmen. Der Steuerpflichtige konnte daher den Betriebsausgabenabzug bis zur Höhe von 1.250 € beanspruchen, soweit die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer anteilig den Einkünften aus selbstständiger Arbeit zuzuordnen sind.

Hinweis:
Mit dem veröffentlichten Urteil des BFH ist diese Prüfreihenfolge zu erweitern. 

Zunächst ist für jede Einkunftsart zu ermitteln, ob das Arbeitszimmer steuerlich anzuerkennen ist.

• Anschließend sind die Aufwendungen für das Arbeitszimmer nach der zeitanteiligen Nutzung auf die einzelnen Einkünfte aufzuteilen, so dass sich für jede Einkunftsart ein bestimmter Anteil von Aufwendungen pro Einkunftsart ergibt.

• Soweit das häusliche Arbeitszimmer im Rahmen einer der Einkunftsarten nicht anzuerkennen ist, können die hierauf entfallenden Aufwendungen nicht abgezogen werden. Soweit das Arbeitszimmer aber im Rahmen der anderen Einkunftsart anzuerkennen ist, sind die auf diese Einkunftsart entfallenden anteiligen Aufwendungen bis zu 1.250 € abziehbar.

• Ein mehrfacher Abzug von 1.250 € scheidet ebenso aus wie eine Aufteilung des Höchstbetrags von 1.250 € auf einzelne Einkunftsarten.

Quelle: BFH-Urteil vom 25. April 2017, VIII R 52/13

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