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Handwerkerleistungen

Das Finanzgericht Nürnberg hatte darüber zu entscheiden, ob die tarifliche Einkommensteuer auch um solche Aufwendungen zu ermäßigen ist, die auf in der Betriebsstätte des Handwerkers erbrachte Werkleistungen zur Herstellung einer Haustür entfallen.

Ein Ehepaar ließ in 2015 die Haustür ihres privaten Wohnhauses ersetzen. Hierfür wurden vom beauftragten Schreinereibetrieb insgesamt 4.700 € in Rechnung gestellt. Ein Betrag von 1.435 € entfiel dabei auf die Materialkosten, ein Betrag von insgesamt 3.252 € auf den Werklohn für Herstellung und Montage der Haustür. In ihrer Einkommensteuererklärung machten die Eheleute im Wege der Schätzung einen Betrag von 1.184 € als auf die Montage der Haustür entfallenden Werklohnkosten als begünstigte Handwerkerleistungen geltend. Die erkannte das Finanzamt nicht an und versagte den Abzug. Der Auffassung folgte das Finanzgericht und wies die Klage ab. Die tarifliche Einkommensteuer ermäßige sich für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen auf Antrag um 20 % der Aufwendungen, höchstens jedoch um 1.200 €, wenn die Handwerkerleistungen in einem inländischen Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. „In" einem Haushalt werde eine Leistung erbracht, wenn sie im räumlichen Bereich des vorhandenen Haushalts geleistet wird. Zwar sei nach der BFH-Rechtsprechung der Begriff „im Haushalt" räumlich-funktional auszulegen. Jedoch reiche nicht jedwede Verknüpfung der Handwerkerleistung mit dem Haushalt aus. Im vorliegenden Fall seien die Handwerkerleistungen nicht im Haushalt der Eheleute, sondern in der 22 km entfernt liegenden Werkstatt des Handwerksbetriebs erbracht worden. Die Planungs- und Montagearbeiten seien zwar mit den Herstellungsleistungen verknüpft gewesen, ein unmittelbar räumlicher Zusammenhang könne aber nur bei einer engen räumlichen Nähe zwischen Leistungsort und Haushalt angenommen werden. Die Montageleistung vor Ort stelle zwar eine begünstigte Handwerkerleistung dar. Allerdings wurden auf der Rechnung des Schreiners die auf die Montage der Haustür entfallenden Arbeitskosten nicht gesondert ausgewiesen. Eine Schätzung komme mangels Vorlage geeigneter Beweise nicht in Betracht.

Hinweis:

Das Finanzgericht hat nochmals deutlich gemacht, dass der Steuerpflichtige die Feststellungslast für die Abzugsfähigkeit steuerbegünstigter Aufwendungen für Handwerkerleistungen trägt. Darüber hinaus fehlte auch der Nachweis, dass die Zahlung der Rechnung auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt war.

Quelle: FG Nürnberg, Urteil vom 4. August 2017, 4 K 16/17, vorläufig nicht rechtskräftig

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