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§ 7g EStG: Aufstockung eines Investitionsabzugsbetrags im Folgejahr möglich

Für die künftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens können bis zu 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd abgezogen werden. Wird der Betrag zunächst nicht ausgeschöpft, so kann ein für ein bestimmtes Wirtschaftsgut in einem Vorjahr gebildeter Investitionsabzugsbetrag in einem Folgejahr innerhalb des dreijährigen Investitionszeitraums bis zur absoluten Höchstgrenze von 200.000 € aufgestockt werden. Einwände des Finanzamts bezüglich des Aufwands wies das Gericht zurück. Denn es steht einem Steuerpflichtigen frei, Investitionsabzugsbeträge bis zum gesetzlichen Höchstbetrag von 200.000 € ggf. auf mehrere (unter Umständen zahlreiche) Wirtschaftsgüter zu verteilen. Insoweit ist der Dokumentations- und Überwachungsaufwand bei einer Verteilung des Abzugs auf mehrere Wirtschaftsgüter nicht geringer als bei einer nachträglichen Aufstockung eines für dasselbe Wirtschaftsgut bereits gebildeten Investitionsabzugsbetrags. Die Notwendigkeit der Änderung mehrerer Steuerbescheide kann sich nicht nur in Fällen der Aufstockung, sondern auch bei der Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags für mehrere Wirtschaftsgüter nebeneinander ergeben. Umgekehrt, im Fall der freiwilligen Minderung des in einem Vorjahr in Anspruch genommenen Investitionsabzugsbetrags durch den Steuerpflichtigen in einem Folgejahr, aber noch vor dem Jahr der tatsächlichen Investition, sieht sich die Finanzverwaltung nicht durch die damit einhergehende Komplizierung daran gehindert, eine solche teilweise Rückgängigmachung zuzulassen (Bundesfinanzhof, Az.: X R 4/13).

 

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